Nicht alles ohne Schufa kommt aus der Schweiz...
... dies mag den allermeisten Betroffenen durchaus klar sein, dennoch herrscht
meist große Unklarheit wenn es um eine Abgrenzung der Begriffe "Kredit Ohne
Schufa " und "Schweizer Kredit" geht. Zu Unrecht werden beide Begriffe auf
vielen Internetseiten und auch von den vermittelnden Anbietern in einen Topf
geschmissen und als gleichbedeutend verkauft. Dies ist schlicht und einfach
falsch, schufafreie Personalkredite kommen zwar ihrem Ursprung nach aus der Welt
der Eidgenossen, werden heute aber auch von einer Vielzahl an deutschen
Privatbanken offeriert. Auch Bankinstitute in anderen Ländern sollten in diesem
Zusammenhang nicht vernachlässigt werden.
Beim klassischen Schweizerkredit handelt es sich um einen Kleinkredit zu
standardisierten Konditionen, der ohne eine Schufaanfrage bzw. trotz bestehender
Schufaeinträge vergeben werden kann. Standardisiert bedeutet dass sowohl
Kreditsumme als auch Laufzeit fix sind. Die Darlehenssumme beträgt aktuell 3.500
Euro, die Laufzeit 40 Monate. Die effektive Verzinsung dieses Kredits bewegt
sich etwas über 13% per annum, geringfügige Unterschiede können sich aufgrund des
individuellen Vermittlers ergeben. Der Vermittler ist dafür zuständig den
Kontakt zwischen dem Antragsteller und der Schweizer Bank herzustellen, der
eigentliche Kreditvertrag wird dann zwischen Bank und Kunde geschlossen. Klar
gefasst sind auch die Voraussetzungen, um einen Schweizer-Kredit beantragen zu
können: Die aktuelle berufliche Beschäftigung als Arbeitnehmer, Beamter oder
Zeitsoldat muss bereits seit mindestens einem Jahr beim jetzigen Arbeitgeber
bestehen. Es muss ein deutsches Girokonto vorhanden sein, das Alter des
Antragstellers muss sich zwischen 18 und 55 Jahren bewegen. Ein weiteres
Darlehen in der Schweiz sollte nicht am laufen sein, es darf kein geleisteter
Offenbarungseid vorhanden sein (sog. Eidesstattliche Versicherung).
Sicherheiten, Bürgschaften etc. sind bei dieser Kreditvariante nicht notwendig,
als einzige Kreditsicherheit fungiert das monatliche Einkommen des
Antragstellers, in aller Regel verlangt der Kreditgeber eine Lohnabtretung um
das Kreditrisiko zu vermindern.
Im Gegensatz zur standardisierten Finanzierungsvariante "Kredit Schweiz" gibt es
in letzter Zeit immer mehr Klein- und Mittelstandsbankunternehmen aus
Deutschland (und auch anderen Ländern), welche bereits sind, ein Darlehen trotz
bestehender Einträge im Schufaregister zu vergeben. Dieses Darlehen ist
hinsichtlich der maximal möglichen Kreditsumme, der Laufzeit und den
Kreditkosten wesentlich flexibler und individueller als die Schweizer Variante.
Auch hier führt der Weg über einen Vermittler, der eine finanzierungsbereite
Privatbank sucht, der Vertrag wird wiederum zwischen Bank und Kreditnehmer
geschlossen. Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass schufafreie
Finanzierungen sich in Bezug auf die mögliche Kreditsumme im gleichen Bereich
bewegen wie reguläre Ratenkredite. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber meist
handelt es sich um einen Kleinkredit von wenigen tausend Euro. Umso wichtiger
ist es, wenn ein Kunde mit vorhandenen Negativeinträgen einen größeren Kredit
benötigt, dass der Vermittler zunächst versucht, dem Kunden ein reguläres
Ratenkredit-Angebot zu unterbreiten (ist auch bei Negativeinträgen in
Kombination mit einem ordentlichen Einkommen durchaus noch möglich) und erst
dann einen Schweizerkredit oder eine anderweitige schufafreie Finanzierung
anbietet.
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